Vom ersten Aromaprofil bis zum finalen Produkt liegen oft Monate der Entwicklung. Was einfach klingt – einen Matcha-Drink entwickeln – ist in der Praxis ein iterativer Prozess, der Chemie, Sensorik, Lieferkettenmanagement und Nachhaltigkeitsprüfung vereint.
Phase 1 – Die Idee und das Aromaprofil
Jedes Ecovera-Produkt startet nicht mit einer Zutatenliste, sondern mit einer Erfahrungsbeschreibung: Wie soll sich das Getränk anfühlen? In welchem Moment wird es getrunken? Was soll es im Körper auslösen?
Für den Matcha Flow lautete die Ausgangsbeschreibung: „Fokussierte Energie, kein Nervosität, ein sanfter Erdgeschmack mit natürlicher Süße – für den Morgen oder die kreative Arbeitsstunde."
Aus dieser Beschreibung entsteht das Aromaprofil: Welche Geschmacksdimensionen (süß, bitter, erdig, cremig) in welchem Verhältnis? Welche Textur, welcher Abgang? Das Team erstellt eine sensorische Karte, bevor auch nur ein einziger Rohstoff bestellt wird.
Unser Ansatz: Wir entwickeln Getränke wie Köche – mit dem Gaumen als Hauptwerkzeug. Technische Parameter (pH-Wert, Brix-Grad, Koffeingehalt) kommen erst in Phase 3.
Phase 2 – Zutatenauswahl und Lieferantensuche
Die Auswahl der Zutaten folgt einem strengen Filter:
- Bio-Zertifizierung: Alle Hauptzutaten müssen EU-Bio oder DE-ÖKO zertifiziert sein.
- Transparenz der Herkunft: Keine anonymen Broker-Zutaten – wir wollen wissen, von welchem Betrieb, aus welcher Region.
- Kurze Lieferketten: Wo möglich bevorzugen wir europäische Quellen. Wo exotische Zutaten notwendig sind (Matcha aus Japan, Arabica aus Äthiopien), setzen wir auf direkte Farmpartnerschaften.
- Fairer Preis: Wir bezahlen über Marktpreis, weil faire Erzeugerpreise Teil unseres Nachhaltigkeitsversprechens sind.
Für den Matcha Flow haben wir über 12 Matcha-Varianten aus Japan und China verglichen, bevor wir uns für den First-Flush-Matcha aus Uji, Kyoto, entschieden haben – von der Familienfarm Yamashiro Tea, mit der wir seitdem direkt zusammenarbeiten.
Rohstoff-Screening
Auswahl von 8–15 Kandidaten je Zutat, Anfrage von Probemustern, erste Sensoriktest im Team.
Lieferantengespräche
Verhandlung über Preise, Zertifikate, Mindestmengen und Lieferzuverlässigkeit. Betriebsbesuche (oder Videocalls) mit Familienbetrieben.
Erste Laborprototypen
10–20 Rezepturvarianten in Kleinstchargen, sensorische Bewertung durch das Team und externe Tester.
Stabilitätstests & Skalierung
Prüfung von pH-Stabilität, Koffein- und Nährstoffgehalten, Haltbarkeit, Verträglichkeit bei längerer Lagerung.
Verpackung & Launch
Verpackungsdesign, rPET-Flaschenauswahl, Etikett-Zertifizierung, erste Produktionscharge, Launch.
Phase 3 – Labor, Tests und Prototypen
Im Labor werden zunächst Kleinstchargen von 500 ml bis 5 Liter hergestellt. Jede Variante wird nach einem strukturierten Protokoll bewertet: Farbe, Geruch, erster Geschmack, Mittelnote, Abgang, Textur, Mundgefühl nach 30 Sekunden.
Für den Matcha Flow haben wir 18 Varianten entwickelt – mit unterschiedlichen Matcha-Anteilen, verschiedenen Süßungsmitteln (Agavensirup, Kokosblütenzucker, Dattelsüße) und Texturvarianten (mit/ohne Hafermilch, verschiedene Hafermilch-Fettgehalte).
Externe Blindtests mit 15–20 Probanden entscheiden dann zwischen den Top-3-Varianten. Die finale Version entstand nach 11 Prototypen – mit einem Verhältnis aus Matcha-Intensität und Cremigkeit, das alle Tester überzeugt hat.
Phase 4 – Verpackungsdesign und Nachhaltigkeit
Verpackung ist bei Ecovera kein Afterthought – sie ist Teil des Produkts. Jede Flasche muss drei Kriterien erfüllen:
- Material: 100 % recyceltes rPET – aus post-consumer Recycling, nicht frisch hergestellt.
- Etikett: FSC-zertifiziertes Papier, wasserlöslicher Kleber, vollständig kompostierbar und recyclingunschädlich.
- Design: Das Etikett muss ohne Lupe lesbar sein – Inhaltsstoffe, Herkunft, Zertifikate.
Die Farbwelt des Designs spiegelt die Herkunft wider: Matcha Flow trägt ein tiefes Grün, das an die Teegärten Japans erinnert. Mountain Brew das Warme eines Röstaromas. Fresh Wave die Helligkeit sommerlicher Früchte. Calm Leaf das Lavendel-Grau entspannter Abende.
Phase 5 – Launch und Feedback-Schleife
Der Launch ist nicht das Ende der Entwicklung – er ist der Beginn der wichtigsten Phase. Echtes Kundenfeedback zeigt, was Labortests nicht können: wie das Produkt im echten Alltag erlebt wird.
Wir sammeln aktiv Feedback über Rezensionen, Social-Media-Kommentare und direkte Nachrichten an unser Team. Das Feedback fließt direkt in die nächste Iteration ein – kleinere Anpassungen an Süße, Rezeptur oder Portionsgröße sind bei uns auch nach dem Launch möglich.
Das macht Ecovera zu einer lebenden Marke, die mit ihren Kunden wächst.
Das Team hinter Ecovera
Lern Florian, Ehil, Aden, Büsra und Isra kennen – fünf Studierende, eine Mission.
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